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Humble Inquiry
05.05.2018 17:05
von Ira Rueder

Humble Inquiry

ACADEMY 4 EXCELLENCE  |  Agile. Individual. Leadership. Coaching.

Vertrauensvolle Beziehungen zu Mitarbeitern aufbauen

Auch die beste Führungskraft kann nicht mehr alles alleine wissen. Es ist fast schon eine Platitüde, davon zu sprechen. Eine Führungkraft ist darauf angewiesen, dass ihre Mitarbeiter ihre Erfahrungen mit ihr teilt. Doch ein offenes Gespräch ist nur dann möglich, wenn zwischen beiden Seiten ein Vertrauensverhältnis besteht.

Wie fangen Sie als Führungskraft das am besten an?

Der Schlüssel zum Vertrauen

Das Erfolgsgeheimnis liegt im Austausch mit Kollegen und Mitarbeitern. Erfolgreiche Führungskräfte hören genau zu und stellen Fragen.

Fragen zu stellen, empfinden manche Führungskräfte als befremdlich. Sie fürchten, sich eine Blöße zu geben. Als Fragende geben sie zu, etwas nicht zu wissen, und geben auf die Art dem Gesprächspartner Macht über sich.

Offenheit bringt Risiken mit sich, das weiß jeder. Doch das Risiko ist seinen Einsatz wert, denn nur so erfährt die Führungkraft von den Dingen, die sie wissen muss und die ihr andernfalls verborgen bleiben.

Ehrliche, neugierige und vorurteilsfreie Fragen sind ein Kennzeichen von Humble Inquiry. Ebenso das Eingeständnis, nicht alles zu wissen. Wegbereiter für Humble Inquiry ist der Management- und Organisationspsychologe Professor Edgar Schein. Er schreibt:

“Humble Inquiry is the fine art of drawing someone out, of asking questions to which you do not already know the answer, of building a relationship based on curiosity and interest in the other person.”

5 Dinge, die Sie über Humble Inquiry wissen müssen

Humble Inquiry beschreibt die Kunst, gute Fragen zu stellen. Gute Fragen sind offen und vorurteilsfrei.

Bestimmte Frage-Typen schließt Humble Inquiry aus, da sie in ihrem Wesen keine echten Fragen sind – wie etwa rhetorische Fragen, Suggestivfragen oder provozierende Fragen.

Humble Inquiry als reine Fragetechnik zu verstehen, wird dem Konzept nicht gerecht. Fragen sind wichtig. Doch noch wichtiger ist es, den Gesprächspartner zum Sprechen zu ermuntern. Aufmerksamkeit und ein sensibler Umgang mit der jeweiligen Gesprächssituation, ist deshalb erfolgsentscheidend: Schweigen kann gelegentlich die richtigere Reaktion sein. Körpersprache, Stimmlage und das aufmerksame Zuhören sind ebenfalls Signale, die Offenheit und Interesse anzeigen. Am meisten kommt es auf die Haltung an.

Humble Inquiry lebt vom Geben und Nehmen: Wer fragt, legt sein Interesse offen und gibt Lücken zu. Das ist sein Invest. Im Gegenzug bereitet er den Weg für ein vertrauensvolles Verhältnis und erfährt etwas. Der Gesprächspartner fühlt sich gehört, wertgeschätzt sowie anerkannt und ist deshalb bereit, seinerseits Vertrauen zu schenken.

Humble Inquiry ist nichts für Hektiker. Antworten brauchen oftmals Zeit zum Reifen. Auch in voreiligen Schlüssen liegt eine Gefahr. Die Führungkraft sollte nicht nur ihrem Gesprächspartner Zeit geben, sondern auch sich selbst. Nur so kann sie die Situation ganzheitlich erfassen und sich davor schützen, auf eingefahrene Bewertungsmuster zurückzugreifen.

Quelle: Humble Inquiry - Vorurteilsloses Fragen als Methode effektiver Kommunikation. Edgar H. Schein. 2016. EHP Verlag. Edition Humanistische Psychologie.

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