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Kulturwandel: Hierarchie-Denken überwinden
07.07.2018 20:07
von Ira Rueder

Kulturwandel: Hierarchie-Denken überwinden

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Abbau von Hierarchien und hierarchischem Denken: Neue Stärke braucht das Land

Clash der Kulturen: Was ist zu tun, wenn der Riss mitten durch das Unternehmen geht?

Wie es um das Statusdenken in einem Unternehmen bestellt ist, können Sie bereits auf dem Parkplatz beobachten: Wer darf wo parken? Sind die besten Plätze für die Führungsriege reserviert?

Sollten Sie schon vor der Tür Anzeichen von Hierarchie-Denken finden, geht es innerhalb des Unternehmens mit einiger Wahrscheinlichkeit so weiter: Führungskräfte sprechen ausschließlich mit Kollegen der gleichen Ebene. Sie haben ihre Büros in den oberen Etagen – stilvoll ausgestattet und geschützt vor den Mitarbeitern.

In flachen Hierarchien verlieren statusorientierte Führungskräfte ihre Identität

Nach wie vor ist die Realität in der Mehrzahl der Unternehmen geprägt von Hierarchie- und Statusdenken. Wenn Unternehmen versuchen, überholte Gewohnheiten zu ändern, stoßen sie auf empörten Widerstand.

In einer Hierarchie steht der Mächtige oben und zwar für alle sichtbar. Für Menschen mit Machtanspruch ist es außerordentlich schmerzhaft, die Insignien ihrer Macht abzugeben. Mit dem Praktikanten sprechen? In der Kantine zwischen den Mitarbeitern sitzen? Ein Mittelklassenwagen? So etwas kollidiert mit ihrem Selbstbild. Sollen sie sich in eine neue Unternehmenskultur einfinden, verlangt das Unternehmen viel von ihnen: Sie müssen eine neue Identität entwerfen. 

Mit Persönlichkeit überzeugen anstatt mit Position

Führungskräfte wollen ihren Verantwortungsbereich gestalten. Sie müssen es sogar. Dass sie Einfluss und Ansehen mit anderen Mitteln als mit Macht und Status erreichen können, ist noch längst nicht überall bekannt. Mit Persönlichkeit überzeugen: Der Gedanke ist vielen Führungskräften fremd.

Veränderungswillige Unternehmen haben mit hierarchisch denkenden Führungskräften ein echtes Problem. Oft sind es langjährige Mitarbeiter mit viel Erfahrung, die zudem auf herausragende Ergebnisse verweisen können. Mit ihren „alten Kämpen“ kommen diese Unternehmen in einen Konflikt, denn sie wollen sie behalten und brauchen doch eine Entwicklung in eine andere Richtung. Die Führungskräfte auf der anderen Seite tun alles, um ihre Position zu schützen: Sie blockieren Prozesse, beanspruchen Energie und verärgern sowohl Kollegen als auch Mitarbeiter. Damit verursachen sie eine hohe Mitarbeiterfluktuation, was sich kein Unternehmen mehr leisten kann. 

Heikel: Statusorientierung ansprechen

Auch wenn hierarchisch denkende Führungskräfte in der Vergangenheit Großes für ihr Unternehmen geleistet haben: Das Vergangene bedeutet keine Legitimation für ihre Position heute. Führungskräfte werden dafür bezahlt, dass sie zu jedem Kollegen und Mitarbeiter eine professionelle Arbeitsbeziehung herstellen können. Wenn ihnen ihr Statusdenken auf Dauer im Weg steht, müssen sie ihren Platz räumen.

Die Umwelt nimmt die Probleme in der Regel sehr genau wahr. Doch für Mitarbeiter und Kollegen ist es schwer, einen förderlichen und wirksamen Umgang mit diesen Führungskräften zu finden. Die Konflikte bleiben meist ungeklärt, weil Kollegen den Konflikt scheuen und Mitarbeiter zu Recht Sanktionen befürchten.

Von sich aus haben statusorientierte Führungskräfte keinen Antrieb, sich zu ändern. Sie tun es nur, wenn die Umwelt auf die einwirkt. Einer muss die brenzligen Themen ansprechen und das in einer wertschätzenden Weise. Wenn sich die Emotionen etwa wegen eines Parkplatzes hochschaukeln, sprechen Sie Ihren Kollegen an:

„Was ärgert Dich so?“

„Wie kannst Du damit umgehen?“

„Was brauchst Du, um die neuen Spielregeln zu akzeptieren?“

Ohne Zweifel gehört Mut dazu und das Verständnis, was der statusorientierte Kollege aus seiner Sicht verliert (→ http://change4success.de/blog-news/das-muss-doch-mal-gesagt-werden-nur-wie-mit-klartext.html). Macht und Status haben ihm bisher Identität verliehen. Im Normalfall hat er lange auf seine Position hingearbeitet. Nun soll er all das aufgeben. Von jetzt auf gleich fühlt er sich seiner Identität beraubt, quasi ausgelöscht. Er braucht neue Bilder und Unterstützung, auf deren Basis er ein neuen Selbstbild aufbauen kann.

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