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Mach! Mir! Mut!
09.09.2016 11:09
von Ira Rueder

Mach! Mir! Mut!

ACADEMY 4 EXCELLENCE  |  Agile. Individual. Leadership. Coaching.

Vier Empfehlungen für mehr Mut nach Reinhold Messner

Das Abenteuer der Gegenwart heißt Change. Jeden Tag brechen Menschen auf und erobern Neuland, ohne den genauen Weg zu kennen. Unterwegs lauern Risiken, Hürden und Konflikte. Führungskräfte und Mitarbeiter können ein Lied davon singen.

Reinhold Messner klettert, seit er Kind ist. Die Höhen und Tiefen eines Lebens als Abenteurer kennt er wir kaum ein zweiter. In einem Interview mit dem Magazin „Psychologie Heute“ hat er über Mut und Angst gesprochen. Denn natürlich sind auch ihm solche Emotionen wohlbekannt. 

1. Der Augenblick vor dem ersten Schritt ist der Schlimmste

„… wenn ich draußen bin und handele, dann schrumpfen die Ängste. Wenn ich warte und zögere, dann nehmen die Ängste zu.“

Vor einem großen Projekt bereitet man sich vor. Das ist vernünftig. Führungskräfte tun es, Bergsteiger ebenso. Auch Reinhold Messner studiert Routen, trainiert seine Kondition und trifft alle weiteren notwendigen Maßnahmen. Und doch: Die Nacht vor dem Aufbruch ist unruhig. Obwohl er in diesem Moment sicher im eigenen Bett liegt, ist der Mut am tiefsten Punkt.

Sobald es am nächsten Morgen losgeht, wird der Kopf klar. Auch später, wenn eine Situation droht, brenzlig zu werden, tritt die Angst in den Hintergrund. Dann nämlich ist der Kopf mit Wichtigerem beschäftigt.

Das Schlimmste ist die Angst vor dem Unbekannten. Das Vakuum. Beweisen Sie Mut und trauen sich, den ersten Schritt zu gehen, denn dann sind Sie in der Auseinandersetzung mit Ihrer Umwelt und können reagieren. Im Handeln gewinnen Sie Kontrolle zurück.

2. Wahre Helden beweisen Mut im Angesicht der Furcht

"Mut ist Anmut unter Druck" sagt Hemingway. 

Typen, die sich – horrido! – ohne nachzudenken in die Gefahr stürzen, sind keine Helden, sondern Dummköpfe.

Echte Helden sind sich der Risiken, die sie auf sich nehmen, wohl bewusst. Zu Beginn sind sie deshalb alles andere als begeistert von ihrem Auftrag. Sie machen sich auf den Weg, weil sie es für richtig halten. Und genau deshalb halten sie auch durch, wenn es eng wird. Sie wissen nämlich, weshalb sich der Weg lohnt. Bei echten Helden siegt die Vernunft.

3. Unterwegs zu sein, ist immer mühsam

„… das richtige Abenteuer findet dort statt, wo keine Infrastrukturen sind. Also kein Bungee-Seil, …. dort, wo der Mensch freiwillig in einen Gefahrenraum hinein geht …“

Ob Bungeejumping oder Hochseilgärten: Die Unterhaltungsindustrie verspricht uns Abenteuer mit ganz viel Spaß.

Das ist natürlich Unfug, denn ein Abenteuer am Sicherungsseil widerspricht sich von selbst. Reinhold Messner sieht einen Selbstbetrug in Aktivitäten wie diesen, denn die Teilnehmer tun ja nur so, als würden sie etwas riskieren.

4. Das echte Abenteuer beginnt dort, wo die Kontrolle endet.

Die Belohnung für den Mut winkt bei der Rückkehr

„Wir steigen im Grunde hinauf, um zurückzukommen. … Über den Umweg des Verloren-Seins erlebe ich die glückliche Rückkehr ...“

Das Glücksgefühl stellt sich erst dann ein, wenn das Team heil wieder zurück ist. Das Unterwegs-Sein ist begleitet von Verlorensein, Hoffnungslosigkeit, Hilflosigkeit und Angst in einer menschenfeindlichen Umgebung, erzählt Reinhold Messner.

Das eigentliche Ziel ist deshalb nicht das Gipfelkreuz, sondern die Heimkehr. Glück zeigt sich als Gegenstück zum Unangenehmen, Schwierigen, Gefährlichen.

Sich dem auszusetzen, gibt den Kick. Nicht umsonst sprechen wir von „tödlicher Langeweile“. Gewöhnung lähmt. Der Aufbruch und die Bewältigung von Ungewissem schaffen Lebendigkeit und Identität. Und deshalb lohnt der Mut.

Zum Seminar:  Brave Leadership - Courage Embodiment: Vom "Warum?" zum "Warum nicht?"

Quelle: Psychologie heute, 01/2016

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