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Inklusive Sprache – Eine Frage der Haltung
ACADEMY 4 EXCELLENCE | passion for people development
„Die Sprache ist gleichsam die äußere Erscheinung der Völker; ihre Sprache ist ihr Geist und ihr Geist ihre Sprache, man kann sie beide nie identisch genug denken. – Wilhelm von Humboldt
Sprache formt unsere Gedanken. Durch Sprache drücken wir uns aus. Sprache ist der Schlüssel zur menschlichen Kommunikation und zum Verständnis der Welt um uns herum. Die Grenzen meiner Sprache bedeuten die Grenzen meiner Welt. Gleichzeitig liegt in dieser Limitierung eine Chance. Sprachen können wir erlernen. Von Geburt an lernen wir ein Leben lang Wörter. Neue entstehen, alte verschwinden und Bedeutungen wandeln sich im Laufe der Zeit. Sprache verändert sich, denn sie spiegelt die Dynamik der Gesellschaft, technologische Fortschritte, kulturelle Einflüsse und soziale Entwicklungen wider. Doch die Veränderung von Sprache sorgt für Kontroverse. Sie ist das Werkzeug, mit dem wir Kultur bewahren und gestalten. #ZurMachtDerSprache
Sprache als Ausdruck innerer Haltung und Einstellung
Sprache ist eng mit unserer Identität verknüpft. Sie kann ein Gefühl von Sicherheit sowie Zugehörigkeit vermitteln. Gleichzeitig kann sie ausgrenzen und entfremden. Den größten Einfluss auf Ein- oder Ausgrenzung haben die sieben Kerndimensionen der Vielfalt. Dazu gehören:
- Alter
- Ethnische Herkunft und Nationalität
- Geschlecht und geschlechtliche Identität
- Körperliche und geistige Fähigkeiten
- Religion und Weltanschauung
- Sexuelle Orientierung
- Soziale Herkunft
Verschiedene Arbeitgebendeninitiativen setzen sich bereits zur Förderung von Diversität in Unternehmen und Institutionen Deutschlands ein. So wurde 2006 von Unternehmen und Politik die „Charta der Vielfalt“ zur Anerkennung und Einbeziehung von Vielfalt in der Arbeitskultur ins Leben gerufen. Ziel der Initiative ist ein vorurteilsfreies Arbeitsumfeld, in dem alle Mitwirkenden Wertschätzung erfahren. Bis heute haben mehr als 4.900 Organisationen die Charta der Vielfalt unterzeichnet. Die ACADEMY 4 EXCELLENCE und ihre Schwesterunternehmen wie CHANGE 4 SUCCESS haben eine klare Haltung und erkennen Vielfalt in der Arbeitskultur an. Als Unterzeichner der Charta der Vielfalt unterstützen wir Arbeitgebendeninitiativen zur Förderung von Diversity.
Als wesentlicher Aspekt, um die im Grundgesetz verankerte Gleichbehandlung der Geschlechter zu fördern, wird die geschlechtergerechte Sprache genannt. In der politisch aufgeladenen Diskussion um die gegenderte Sprache wird aus zwei Blickwinkeln argumentiert – aus einem gesellschaftlichen und einem linguistisch-ästhetischen.
Sprache im Wandel der Gleichberechtigung
1561 wird in Nürnberg „einy klingenschneidinn auss dem staig2“ beerdigt. Weibliche Berufsbezeichnungen gibt es also seit über vier Jahrhunderten. Doch erst 1980 erschienen im deutschsprachigen Raum die ersten Richtlinien zur Vermeidung sexistischen Sprachgebrauchs. Die Verfasserinnen gehören zu den Gründerinnen der Feministischen Linguistik. Ihre Kritik: Frauen würden beim generischen Maskulinum sprachlich „unsichtbar“ bleiben und „nur mitgemeint“ werden. Durch den Gebrauch von Maskulinformen würden häufig männliche Bilder assoziiert werden. Mit der Absicht einer „sprachlichen Geleichbehandlung von Frauen und Männern“ wurden in der Folgezeit zahlreiche Vorschläge für geschlechtergerechte Sprech- und Schreibweisen in Richtlinien, Leitfäden und Gesetzen festgehalten. Nachdem 2017 das Bundesverfassungsgericht entschieden hatte, dass es neben „männlich“ und „weiblich“ eine dritte Option geben muss, ist 2018 ein Gesetz in Kraft getreten, dass die Geschlechterangaben um „divers“ für intersexuelle Personen ergänzt. Dieser gesellschaftliche und juristische Wandel stellt unsere Sprache vor neue Herausforderungen. In einer komplexer werdenden Welt suchen wir nach Vereinfachung. Schon vor 40 Jahren machen sich Journalisten und feministische Sprachwissenschaftlerinnen für Kurzformen wie dem Binnen-I stark, um nicht immer die Beidnennung ausschreiben zu müssen. Im Laufe der Zeit kamen weitere Sparschreibungen durch Schrägstrich- und Klammerlösungen, Gendergab sowie -sternchen hinzu.
Inklusive Sprachförderung
„Die Nutzung von Gender-Stern (Asterisk), Gender-Gap (Unterstrich), Doppelpunkt oder anderen verkürzten Formen (…) beeinträchtige aber die Verständlichkeit, Vorlesbarkeit und automatische Übersetzbarkeit sowie vielfach auch die Eindeutigkeit und Rechtssicherheit von Begriffen und Texten“. Weil für uns Verständlichkeit und Lernbarkeit an erster Stelle stehen, schließt sich die ACADEMY 4 EXCELLENCE der Empfehlung des Rats für deutsche Rechtschreibung sowie des Blinden- und Sehbehindertenverbands zur Kennzeichnung mehrgeschlechtlicher Bezeichnungen im Wortinneren an und verwendet in Sprech- und Schreibweisen keine Sonderzeichen im Wortinneren. Inklusive Sprache heißt für uns, dass sich alle einbringen können und respektiert werden. Unsere Teammitglieder sind dafür sensibilisiert, in Trainings, Moderationen, Coaching, Workshops, Seminaren, Mediationen, Handouts sowie im Schriftverkehr die von der Gesellschaft für deutsche Sprache – je nach Kontext – empfohlenen Ersatzformen zu verwenden:
- Substantivierte Partizipien oder Adjektive
- Passivierung
- Sachbezeichnung
- Generische Substantive ohne Movierung
- Umformulierung mithilfe des Adjektivs
- Direkte Anrede
- Bildung von Relativsätzen
- Erklärender Klammerzusatz
- Adverbiale Bestimmung
Sie sind les- sowie vorlesbar und komplizieren Sprache nicht.
Sollte dies nicht möglich sein, nutzen wir aus Gründen der besseren Lesbarkeit und Verständlichkeit das generische Maskulinum. Es ist eine grammatisch männliche Bezeichnung, die mit dem biologischen Geschlecht laut Definition nichts zu tun hat. Die verwendeten Personenbezeichnungen beziehen sich – sofern nicht anders kenntlich gemacht – auf alle Geschlechter. Wir sind uns der Macht der Worte bewusst.
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Co-Autorin: Melanie Janka